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Wie alles begann

Interesse an allem was brummt und schnell ist bestand schon lange und so kam es Anfang der 80er zu ersten Versuchen im Automobilsport bei Orientierungsfahrten und kleineren Rallye`s.

1983 u.a.mit dem späteren Escort Turbo Cup-Gewinner Rüdiger Hahn bei dem Rallye-Central-Cup als Beifahrer.

Zeitgleich wuchs das Interesse am Motorradrennsport, nicht unerheblich angefacht durch einen lokalen Rennfahrer namens Martin Grein, heute Projektleiter für die „Intermot Köln" für den Industrieverband Motorrad. 

Von ihm erwarb ich auch meine erste Suzuki GSXR, eine 86er die zu diesem Zeitpunkt bereits Rennerfahrungen u.a. in Malaysia, gesammelt hatte. Die Abholung im Hafen von Rotterdam fiel lustigerweise auf meinen Geburtstag.

Mit dem Apparat machte ich dann was alle so machten, ich wackelte so von A nach B, und nachdem der 750er Motor einem 1100er gewichen war, ging das auch zügig. Jahreslaufleistungen vom zum Teil 40.000 Km und darüber hinaus waren die Folge des Spaßfaktors.

Da Kevin Schwantz in diesen Jahren Suzuki`s Wilder Reiter war, entstand eine gewisse Faszination, welche sich dann auch in der Gestaltung der „Ur-R" und bis heute in der Namensgebung der „motorbox-34", widerspiegelt.

Zitat Kevin Schwantz von einer SUZUKI-Händlertagung in München zur „GSXR-Baureihe":

 „The best bike that ever reached planet earth !" Was soll man da noch sagen ?

 

Die Rennerei

Wiederum durch Martin Grein, (Dank an dieser Stelle) ergaben sich erste Kontakte zur Motorradrennszene, insbesondere zur Langstrecken-Weltmeisterschaft und hier zu den Klassikern, den 24-Stundenrennen. Diese Faszination ist auch nach 25-mal Bol dÒr und insgesamt ca. 60-70 Langstreckenrennen, ungebrochen. Alle Höhen und Tiefen des Langstreckensportes wurde dabei durchlebt.

Die wichtigsten Teams bei denen ich mitarbeitete, waren : 

das „Human Endurance Team" um Martin Grein, zum Teil mit internationalster Besetzung (Fahrer aus Neuseeland, Bahrein,Indien etc) und später das Team um Friedhelm Beltermann (TT-F1 Europameister).

Lange Jahre folgte das Grandegger-Endurance-Racing-Team aus Östereich.

Leider verstarb Ernst Grandegger, der alte Haudegen, viel zu früh. Zahlreiche Teilnahmen an der TT- Isle of Man und 10 oder mehr Starts bei den 24 Stunden von Spa-Francochamps, sowie seine Beisetzung auf dem Wiener Zentralfriedhof in seiner Metzeler-Rennkombi bleiben jedoch, wie er selbst, unvergessen.

Aus dieser Konstellation ergab es sich auch, das ich 1994 eine eigene GSXR 750 des selben Baujahres nach dem klassischen Superbike-Reglement beim Bol dÓr in der Langstrecken-Weltmeisterschaft an den Start brachte. Fahrer waren u.a.Achim Penisch.

Leider führte ein Sturz in der zweiten Stunde, auf Platz 25 liegend, zu einem großen Rückstand der dazu führte, dass sich das Team Nachts um 3.00 Uhr, aus dem Rennen zurück zog.

Der mit handelsüblicher Spachtelmasse abgedichtet Motor war 2006 immer noch dicht !

Im gleichen Jahr gründete die Fa. Motorradwelt Kassel ein Rennteam zum Einsatz zweier SUZUKI RF 600 in der Deutschen Supersport Meisterschaft.

Bereits seit 1992 betreut die Firma Rennfahrer verschiedenster Klassen und diese Tradition hat sich bis heute erhalten.

Maßgeblich beteiligt: Azubi Achim Penisch (heute als außerordentlich feinfühliger Rennfahrer und Fahrwerksspezialist beteiligt an der Entwicklung von MICHELIN-Straßenreifen wie dem Pilot Power), Meister Markus Wieneke aus Göttingen und dort Besitzer einer Motorradwerkstatt , sowie der Azubi Wolfgang Faust, heute Kfz-Technikermeister.

Die top-vorbereitete und von SUZUKI-Deutschland unterstützte RF 600 scheiterte letztlich an ihrer fehlenden Grundleistung, die auch intensives Tuning innerhalb des Reglements, nicht auf den Level einer HONDA CBR 600 heben konnte. Wohl keine Serien-RF erreichte jemals die angegebenen 100 PS.

Im gleichen Jahr wurde von mir eine GSXR in Farben des Promoters Moto Motion der PRO-SUPERBIKE-Meisterschaft / (2. Foto) zu Werbezwecken gestaltet

Im Jahre 2000 dann, ergab sich eine neue Konstellation, Thomas Schönfelder und Erich Freiberger, suchten einen Betrieb der ihre GSXR 600 für die Teilnahme an der „Deutschen Langstreckenmeisterschaft" vorbereitet und während der Saison die Betreuung übernimmt.

Das war nun so richtig nach meinem Geschmack und wie aus den Presseberichten

(2. Bericht) (3. Bericht) zu entnehmen, war die Zusammenarbeit äußerst erfolgreich.

2001 wurde deshalb in ähnlicher Besetzung mit 2 neu auf den Markt gekommenen SUZUKI GSXR 1000 die Endurance-WM in Angriff genommen.

Die perfekt vorbereiteten Fahrzeuge und das gut geschnürte Sponsorpaket führten dazu, das die Fahrer Schönfelder, Freiberger und Franzreb in der Klasse Superproduktion den 11. Gesamtrang belegten.

Hier zu erwähnen ist das der Klassiker 24h du Mans in Le Mans nicht gefahren wurden, da die Motorräder erst recht spät geliefert wurden und die Vorbereitungen im April noch nicht abgeschlossen waren.

Leider verstarb Thomas Schönfelder im Herbst 2009 auf eigenen Wunsch, wir alle Gedenken ihm in tiefer Trauer und werden in unseren Herzen immer einen Platz für ihm haben (siehe Bild GSXR600, in der Bildmitte in der blauen Lederkombi)

2002 und 2003 erfolgten Einsätze als Rennmechaniker im schweizerischen INNODROM Team um den mehrfachen deutschen 500er Meister und ehemaligen Grand-Prix-Fahrer Niggi Schmassmann.

Seit 2004 besteht, basierend auf der alten Freundschaft zu Achim Penisch aus den Zeiten der Motorradwelt Kassel, die enge Zusammenarbeit mit dem Team „Motobox-Kremer". 

Mit den Fahrern Martin Scherrer,Achim Penisch,Achim Steinmacher gelang es dem Team mehrfach das beste deutsche Team bei den 24-Stunden Klassikern Le Mans oder Bol d`Or zu sein.

Ein 13.Platz beim 24h-Weltmeisterschaftslauf in Magny-Cours trotz Problemen mit der Benzinzufuhr aus dem Jahre 2005 spricht für sich, insbesondere wenn man bedenkt wieviele mehr oder weniger offizielle Werksteams die ersten 10 Plätze belegen.

In den Jahren 2006 bis 2009 gelang dem Team auch bei anderen Weltmeisterschaftsläufen die Zielankunft, bei Langstrecken-Weltmeisterschaftsläufen keinesfalls eine Selbstverständlichkeit.Nach diversen Startproblemen war irgendwann auch der Klassiker zu Saisonbeginn in Le Mans geknackt.

Teambesitzer und Fahrer Martin Scherrer aus Hattersheim fuhr in den letzen Jahren wiederholt WM-Punkte ein, zum Teil sogar als bester deutscher Fahrer in einem sehr internationalen Starterfeld.

Die Saison 2010 steht in den Startlöchern........

 

......to be continued

 

Zur Person:

1962 geboren in Marburg/Lahn

1979 Erzieherausbildung im Hessischen Diakoniezentrum Hephata

1984 zuerst als Wehrpflichtiger, später als Zeitsoldat bei der Bundeswehr in Kassel

1993 Lehrbeginn bei Fa.Motorradwelt Kassel

1995 Gesellenprüfung

1998 Meisterprüfung im Kraftfahrzeug-Technikerhandwerk

1999 bis 2002 Werkstattleiter bei Fa. Stehl , SUZUKI-Vertragshändler